Mischpulte und Tontechnik bei einer Konzertaufnahme im Veranstaltungsraum
Zusätzliche Technik kann die Kosten einer Konzertaufnahme deutlich erhöhen. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Wer einen einfachen Aufnahmerecorder für Konzerte kauft, hat damit noch kein vollständiges Aufnahmeset. Speicherkarten, Stromversorgung, Kopfhörer, Windschutz, Halterungen, Kabel, Datensicherung und Nachbearbeitung können zusätzliche Ausgaben verursachen. Gerade bei mobilen Konzertaufnahmen werden diese Positionen beim ersten Kostenvergleich leicht übersehen. Ein kompakter Recorder mit eingebauten Stereomikrofonen kann für den Einstieg ausreichen. Moderne Geräte bieten teilweise 32-Bit-Float-Aufnahmen und unterstützen große Speicherkarten. Wer die Aufnahme zuverlässig kontrollieren möchte, braucht jedoch meist weiteres Zubehör. Auch die Wahl zwischen Kopfhörern und Lautsprechern für die Kontrolle von Musikaufnahmen verändert den tatsächlichen Gesamtaufwand.

Inhaltsverzeichnis

Warum der Recorder nur einen Teil des Budgets ausmacht

Hinzu kommt ein Punkt, der nichts mit der Technik zu tun hat. Konzertaufnahmen dürfen nicht automatisch bei jeder Veranstaltung angefertigt und weiterverwendet werden. Nach dem deutschen Urheberrechtsgesetz besitzen ausübende Künstler grundsätzlich das ausschließliche Recht, ihre Darbietung auf Bild- oder Tonträger aufzunehmen. Vor einer geplanten Aufnahme sollten deshalb die erforderlichen Erlaubnisse geklärt werden.

Für einfache Konzertmitschnitte kann ein Handrecorder mit integriertem Stereomikrofon einen großen Teil der benötigten Technik bereits enthalten. Beim Zoom H1essential beispielsweise arbeiten zwei Mikrofonkapseln in einer X/Y-Anordnung. Das Gerät zeichnet im 32-Bit-Float-Format auf und unterstützt microSDXC-Karten bis 1 TB.

Was kostet dein Aufnahme-Set?

Trage deine geplanten Ausgaben ein und berechne das Gesamtbudget für die Konzertaufnahme.

Gesamtbudget: 0,00 €

Die Produktbeschreibung des Recorders darf deshalb nicht mit der Einkaufsliste für das gesamte Aufnahmeset verwechselt werden. Schon für den regulären Betrieb werden bei solchen Geräten Speicherkarte und Stromversorgung benötigt. Für eine kontrollierte Aufnahme kommen häufig Kopfhörer, eine Halterung und abhängig vom Einsatzort ein Windschutz hinzu.

Das zeigt sich auch daran, dass Hersteller für kompakte Recorder eigene Zubehörpakete anbieten. Beim H1essential umfasst ein solches Paket unter anderem Windschutz, Schutztasche, Netzteil und USB-C-Kabel. Das Zubehör erfüllt unterschiedliche Aufgaben und sollte deshalb nicht pauschal als verzichtbarer Zusatz betrachtet werden.

Bestandteil Aufgabe Oft übersehener Zusatz Priorität
Handrecorder Tonaufnahme Speicherkarte Sehr hoch
Stromversorgung Betrieb während des Konzerts Ersatzbatterien, Akkus oder mobile Batterie Sehr hoch
Kopfhörer Kontrolle des Eingangssignals Adapter bei abweichendem Anschluss Hoch
Halterung Stabile Positionierung Stativadapter oder Klemme Hoch
Windschutz Reduzierung von Windgeräuschen Transporttasche Je nach Einsatz

Speicher und Strom werden schnell zu Pflichtposten

Eine Speicherkarte gehört zu den wichtigsten zusätzlichen Anschaffungen. Beim H1essential sind Aufnahme und Wiedergabe ohne eingesetzte microSD-Karte nicht möglich. Unterstützt werden microSDHC- und microSDXC-Medien. Der Hersteller empfiehlt zudem, neue Karten im Recorder zu formatieren und ihre Funktion zu prüfen.

Die benötigte Kapazität hängt von Aufnahmedauer, Aufnahmeformat und Anzahl der gespeicherten Projekte ab. Wer regelmäßig Konzerte aufnimmt, sollte außerdem nicht nur an die Karte im Recorder denken. Eine zweite Karte kann Ausfallzeiten reduzieren, wenn ein Datenträger voll ist oder Probleme verursacht.

Ähnlich wichtig ist die Stromversorgung. Ein kompakter Recorder kann beispielsweise mit Batterien arbeiten und alternativ über USB mit Strom versorgt werden. Beim H1essential sind zwei AAA-Zellen vorgesehen. Zusätzlich unterstützt das Gerät die Versorgung über USB und eine handelsübliche mobile 5-Volt-Batterie.

  • Ersatzbatterien oder wiederaufladbare Akkus für längere Veranstaltungen
  • Ladegerät bei der Verwendung von Akkus
  • mobile Stromquelle für längere Aufnahmezeiten
  • passendes USB-Kabel für Stromversorgung und Datenübertragung
  • zweite Speicherkarte als Reserve

Speicher und Energieversorgung gehören deshalb in die erste Budgetrechnung und nicht auf eine spätere Zubehörliste. Ein ausgefallener Recorder während des Konzerts lässt sich durch ein teureres Mikrofon nicht kompensieren.

Mikrofone, Kabel und Stative erweitern das Set

Ein Recorder mit eingebauten Stereomikrofonen kann den Kauf eines separaten Mikrofons zunächst überflüssig machen. Für andere Aufnahmesituationen kann ein externes Mikrofon dennoch sinnvoll werden. Damit entstehen neue Kosten für Verbindungskabel, Halterung und gegebenenfalls eine passende Schnittstelle.

Welches Zubehör brauchst du wirklich?

Wähle deine Aufnahmesituation und erhalte eine passende Orientierung.

Für den Start reichen Recorder, passende Speicherkarte und eine zuverlässige Stromversorgung.

Vor der Erweiterung sollte deshalb geprüft werden, welche Eingänge der vorhandene Recorder tatsächlich besitzt. Ein 3,5-Millimeter-Mikrofoneingang ist nicht mit einem professionellen XLR-Eingang gleichzusetzen. Wer später mehrere Mikrofone oder ein Signal direkt aus der Tontechnik aufnehmen möchte, benötigt möglicherweise einen Recorder mit anderen Anschlüssen.

Tontechniker mit Kopfhörern bei einer Konzertaufnahme vor der beleuchteten Bühne
Bei Konzertaufnahmen entstehen neben der Aufnahmetechnik weitere Kosten. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die Entscheidung sollte sich am Einsatz orientieren. Wer unterschiedliche Systeme vergleicht, findet im Beitrag über Kabelmikrofone und Funkmikrofone die wichtigsten Unterschiede. Für Konzertveranstaltungen ist außerdem relevant, welche Besonderheiten Funkmikrofone im Live-Betrieb mitbringen.

Auch die mechanische Befestigung wird oft unterschätzt. Zoom empfiehlt beispielsweise, einen Handrecorder mit eingebauten Mikrofonen nicht einfach auf eine Tischfläche zu legen, wenn Reflexionen die Aufnahme beeinträchtigen können. Ein kleines Stativ oder eine geeignete Halterung kann eine bessere Position ermöglichen.

Kopfhörer und Windschutz schützen vor Fehlaufnahmen

Eine laufende Aufnahme sollte kontrolliert werden können. Ein Kopfhörerausgang erlaubt es, das Eingangssignal direkt zu überwachen. Dadurch lassen sich Störgeräusche, ungünstige Positionen oder unerwartete Probleme früher erkennen.

Für die Bearbeitung von Konzertaufnahmen können geschlossene Kopfhörer ebenfalls nützlich sein. Wer dafür ein spezielleres Modell sucht, kann die Kriterien für Studiokopfhörer bei Live-Aufnahmen mit dem vorhandenen Equipment vergleichen. Ein zusätzlicher Kauf ist aber nicht automatisch erforderlich, wenn bereits geeignete Kopfhörer vorhanden sind.

Bei Außenkonzerten kommt ein weiterer Kostenpunkt hinzu. Wind kann direkt an den Mikrofonkapseln starke Störgeräusche verursachen. Ein geeigneter Windschutz reduziert dieses Risiko. Hersteller bieten dafür spezielle Fell- oder Schaumstofflösungen an.

Zu den häufig unterschätzten kleinen Zubehörteilen gehören damit

  • Windschutz für Aufnahmen im Freien
  • kleines Stativ oder Recorderhalterung
  • Kopfhörer für die Signalkontrolle
  • Adapter zwischen unterschiedlichen Steckverbindungen
  • Transporttasche zum Schutz des Recorders
  • Ersatzkabel für besonders wichtige Verbindungen

Nachbearbeitung und Datensicherung verursachen Folgekosten

Mit dem Ende des Konzerts ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Die Dateien müssen übertragen, gesichert, kontrolliert und häufig bearbeitet werden. Schon ein kostenloses Aufnahmeprogramm kann für einfache Arbeiten ausreichen. Audacity wird beispielsweise als kostenloser und quelloffener Mehrspur-Audioeditor angeboten.

Damit entstehen nicht zwangsläufig Softwarekosten. Trotzdem benötigt die Verarbeitung Speicherplatz auf einem Computer oder einem anderen Datenträger. Wer die Originaldatei nach dem Import sofort von der Speicherkarte löscht, besitzt ohne zusätzliche Sicherung nur noch eine Kopie.

Eine realistische Kostenrechnung berücksichtigt deshalb auch den Speicher außerhalb des Recorders. Externe Datenträger, vorhandener Computerspeicher oder eine andere Sicherungslösung gehören zur technischen Umgebung einer Konzertaufnahme.

Einsatz Basisausstattung Mögliche Erweiterung Typischer Zusatzaufwand
Probe im Innenraum Recorder, Speicherkarte Kopfhörer, kleines Stativ Datensicherung
Clubkonzert Recorder, Kopfhörer, Reserveenergie externer Eingang oder zusätzliches Mikrofon Kabel und Befestigung
Freiluftkonzert Recorder, Speicher, Stromreserve Windschutz und stabile Halterung Wetterschutz und Transport
Regelmäßige Aufnahmen vollständiges mobiles Set weitere Mikrofone und Speichermedien Archivierung und Ersatzmaterial

Mit der richtigen Kaufreihenfolge unnötige Ausgaben vermeiden

Der größte Fehler besteht nicht darin, günstige Technik zu kaufen. Problematisch ist vielmehr ein Set, dessen Komponenten nicht zusammenpassen. Wer beispielsweise zuerst ein Mikrofon kauft und erst später feststellt, dass der Recorder den benötigten Anschluss nicht besitzt, muss weitere Adapter oder ein anderes Aufnahmegerät beschaffen.

Für einen einfachen Einstieg ist deshalb eine feste Reihenfolge sinnvoll.

  1. Zuerst festlegen, ob nur Ton oder gleichzeitig Bild aufgenommen werden soll.
  2. Prüfen, ob ein Recorder mit eingebauten Stereomikrofonen für den geplanten Einsatz genügt.
  3. Kompatible Speicherkarte und zuverlässige Stromversorgung einplanen.
  4. Kopfhörer und Positionierung des Recorders berücksichtigen.
  5. Windschutz für Außenaufnahmen ergänzen.
  6. Externe Mikrofone erst kaufen, wenn der konkrete Bedarf und die vorhandenen Anschlüsse feststehen.
  7. Speicherplatz für Bearbeitung und Sicherung der Dateien einplanen.

Wer häufiger Veranstaltungen aufzeichnet, sollte außerdem zwischen eigener Technik und externer Unterstützung unterscheiden. Der Vergleich zwischen Eigenproduktion und Konzertagentur zeigt, dass mit wachsendem Umfang nicht nur technische Anschaffungen, sondern auch Organisation und Arbeitsaufwand an Bedeutung gewinnen.

Kostenfallen bei Konzertaufnahmen

Vier Punkte entscheiden oft darüber, ob aus einem günstigen Recorder ein deutlich teureres Set wird.

Falsche Anschlüsse

Mikrofon und Recorder passen nicht zusammen und zusätzliche Adapter oder Geräte werden nötig.

Stromreserve fehlt

Bei längeren Veranstaltungen können zusätzliche Akkus, Batterien oder eine mobile Stromquelle erforderlich sein.

Speicher zu knapp geplant

Eine Reservekarte verhindert, dass fehlender Speicher die Aufnahme vorzeitig beendet.

Vorhandenes Zubehör zuerst nutzen

Kopfhörer, Kabel oder Speichermedien müssen nicht erneut gekauft werden, wenn sie technisch passen.

Faustregel: Erst Kompatibilität prüfen, dann Zubehör kaufen.

Aufnahmerechte vor dem Konzert klären

Technisch mögliche Aufnahmen sind nicht automatisch rechtlich erlaubt. Nach § 77 des Urheberrechtsgesetzes besitzt der ausübende Künstler das ausschließliche Recht, seine Darbietung auf Bild- oder Tonträger aufzunehmen. Dieses Recht umfasst außerdem die Vervielfältigung und Verbreitung der Aufnahme.

Vor einer Konzertaufnahme sollte daher geklärt werden, ob die Aufnahme gestattet ist und wofür sie anschließend verwendet werden darf. Bei einer professionellen Produktion sollten entsprechende Vereinbarungen vor dem Veranstaltungstag eindeutig geregelt sein.

Das kann auch die Zusammenstellung des Equipments beeinflussen. Eine umfangreiche Mehrspuraufnahme mit mehreren Mikrofonen, Stativen und Leitungen ist organisatorisch etwas anderes als eine kleine Dokumentationsaufnahme mit einem kompakten Recorder. Technik sollte deshalb erst dann erweitert werden, wenn Einsatzzweck und Erlaubnis feststehen.

FAQ

Was braucht man mindestens für eine einfache Konzertaufnahme?

Ein kompakter Recorder mit passenden Mikrofonen, eine kompatible Speicherkarte und eine sichere Stromversorgung bilden die technische Basis. Kopfhörer und eine stabile Positionierung sind für kontrollierte Aufnahmen ebenfalls sinnvoll.

Braucht man für Konzertaufnahmen sofort ein externes Mikrofon?

Nein. Ein Handrecorder mit eingebauten Stereomikrofonen kann für einfache Aufnahmen ausreichen. Ein externes Mikrofon sollte erst ergänzt werden, wenn die Aufnahmesituation einen konkreten Vorteil erwarten lässt.

Warum entstehen zusätzliche Kosten für einen Handrecorder?

Neben dem Aufnahmegerät können Speicherkarte, Batterien oder Akkus, Kopfhörer, Windschutz, Stativ, Kabel, Adapter, Transporttasche und Speicher für die Sicherung der Dateien erforderlich werden.

Ist 32-Bit-Float für Konzertaufnahmen sinnvoll?

Das Format erleichtert den Umgang mit großen Pegelunterschieden und reduziert das Risiko digitaler Übersteuerung innerhalb der Aufnahmekette. Eine sinnvolle Mikrofonposition, geeigneter Windschutz und die Kontrolle des Signals bleiben trotzdem wichtig.

Muss für die Nachbearbeitung teure Software gekauft werden?

Nicht zwingend. Mit Audacity steht beispielsweise ein kostenloser und quelloffener Mehrspur-Audioeditor zur Verfügung. Je nach Umfang der Produktion können später spezialisierte Programme hinzukommen.

Darf man ein Konzert einfach aufnehmen?

Eine pauschale Erlaubnis gibt es nicht. Ausübende Künstler besitzen nach dem Urheberrechtsgesetz ausschließliche Rechte an der Aufnahme ihrer Darbietung. Erlaubnis und spätere Nutzung sollten deshalb vor der Aufnahme geklärt werden.

Ein günstiger Recorder kann somit ein sinnvoller Einstieg sein, doch die endgültige Ausstattung entsteht erst durch Speicher, Stromversorgung, Kontrolle, Befestigung und Datensicherung. Wer diese Positionen von Anfang an berücksichtigt, kann das Set schrittweise ausbauen und vermeidet Käufe, die für den eigenen Einsatz kaum Nutzen bringen.

Quelle: ZOOM Corporation, Bedienungsanleitung und Produktinformationen zum H1essential; ZOOM Corporation, Informationen zum Zubehörpaket APH-1e; Audacity; Bundesministerium der Justiz und juris, Urheberrechtsgesetz § 77.