Ein Abend in der Zitadelle Spandau brachte die Energie der australischen Band Amyl and the Sniffers nach Deutschland. Das Konzert war laut, intensiv und voller Menschen, die Punkrock feiern.
Inhaltsverzeichnis:
- Amy Taylor in der Zitadelle Spandau
- Declan Martens und Fergus Romer
- Drei Alben und ein Umzug in die USA
- Fans in Ramones-Shirts und Batikhosen
- Amy Taylor und politische Themen
Amy Taylor in der Zitadelle Spandau
Sängerin Amy Taylor eröffnete das Konzert mit klaren Regeln für das Publikum. Dann startete Schlagzeuger Bryce Wilson mit einem schnellen Countdown. 22 Songs wurden gespielt. Die Atmosphäre war roh, wild und ungebändigt.
Bassist Fergus Romer erzeugte mit seinem verzerrten Sound einen Klang zwischen Gitarre und Bass. Gitarrist Declan Martens stand im Leinenhemd auf der Bühne, rauchte, schüttelte seine Frisur und spielte unermüdlich. Jeder Song folgte direkt auf den nächsten.
Declan Martens und Fergus Romer
Romer ließ seinen Bass wie ein schweres Motorengeräusch wirken. Martens wirkte dagegen fast erhaben in seiner Spielweise. Die Mischung aus harten Riffs und treibendem Rhythmus bildete die Basis des Abends.
Wilson trommelte dabei präzise, schnell und dennoch entspannt. Seine Beats hielten die Songs zusammen, ohne jemals ihre Wucht zu verlieren.
Drei Alben und ein Umzug in die USA
Amyl and the Sniffers veröffentlichten bisher drei Alben. Das letzte Werk "Cartoon Darnkness" erreichte in Deutschland die Top 10. Die Band spielt fast jedes Jahr Tourneen, die Hallen werden immer größer.
Der Umzug von Australien in die USA machte die Reiserouten kürzer. Das Berliner Konzert war ein Nachholtermin. Eigentlich war ein Auftritt in der Columbiahalle geplant, nun fand es in der Zitadelle statt.
Fans in Ramones-Shirts und Batikhosen
Die Besucher zeigten Vielfalt:
- ältere Fans in Ramones-T-Shirts
- junge Menschen mit Hals-Tätowierungen
- queere Aktivistinnen
- bunte Kleidung wie Batikhosen oder abgeschnittene Nylonhosen
Alle sangen, tanzten und schrien die Texte mit. Es wirkte, als hätten viele nur auf diese Band gewartet.
Amy Taylor und politische Themen
Amy Taylor engagiert sich klar für gesellschaftliche Fragen. Frauenrechte, Transrechte, Gleichberechtigung und Frieden in Palästina gehören zu ihren Themen. Dabei tritt sie nicht belehrend auf, sondern energisch und kompromisslos.
Amyl and the Sniffers zeigten, dass Punkrock auch 2023 noch physisch, unbeugsam und aufregend sein kann. Die Band ist roh, nicht perfekt, doch gerade deshalb authentisch.
Quelle: RBB24, YouTube