Iron Maiden entfesseln Metal-Power in Berlin
Iron Maiden entfesseln Metal-Power in Berlin, pexels/Foto illustrativ

Am Dienstagabend verwandelte sich die Waldbühne in Berlin in ein brodelndes Zentrum des Heavy Metal. Rund 22.000 Fans feierten das 50-jährige Bestehen der britischen Kultband Iron Maiden mit einem spektakulären Konzert voller Pyrotechnik, Kostümwechsel und Old-School-Metal. Die Show war der erste von zwei geplanten Auftritten in der deutschen Hauptstadt.

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Bruce Dickinson in Höchstform

Feuer, Masken, Explosionen – das Konzert bot eine gigantische Inszenierung, die den Fans ein unvergessliches Erlebnis bescherte. Bruce Dickinson, Leadsänger der Band, wirbelte mit 66 Jahren über die Bühne, war stimmlich stark und beeindruckte mit wechselnden Bühnenoutfits. Die Stimmung war elektrisierend, vom ersten bis zum letzten Ton.

Bruce Dickinson lieferte eine energiegeladene Performance ab, bei der er permanent über die Bühne fegte. Mit Mikrofonständer in der Hand, der gelegentlich wie ein Propeller durch die Luft kreiste, nutzte er alle Ebenen des Bühnenbilds. In verschiedenen Kostümen – mal als Zombie, mal als Soldat der britischen Armee – begeisterte er das Publikum. Mehrfach verschwand er im Bühnenboden und erschien plötzlich an anderer Stelle.

Zentral war seine Verbindung zum Publikum. Vor einem der Songs bedankte er sich bei den Fans und betonte die Besonderheit der Waldbühne als Konzertort. Sein Engagement war nicht nur musikalisch, sondern auch theatralisch – er wirkte wie ein Schauspieler auf einer Metal-Bühne.

Janick Gers sorgt für Akrobatik

Gitarrist Janick Gers war eine weitere Attraktion des Abends. In engen schwarzen Jeans sprang er im Hopserlauf über die Bühne, legte sein Bein auf Monitorboxen und zeigte waghalsige Gitarrenjonglagen. Seine Showeinlagen dauerten nur Sekunden, bevor er sich wieder mit seinen Kollegen in dreistimmige Gitarrenriffs stürzte.

Neben ihm standen die beiden weiteren Gitarristen – Dave Murray und Adrian Smith – die gemeinsam mit Bassist Steve Harris das Fundament des Iron-Maiden-Sounds bildeten. Auch Schlagzeuger Nicko McBrain war präsent und trug mit dynamischem Spiel zur Gesamtwucht bei.

Songs der Anfangszeit im Fokus

Die Setlist des Konzerts konzentrierte sich auf Songs aus den 1980er Jahren. Damit bediente die Band gezielt ihre langjährigen Anhänger, die jeden Ton kannten und häufig selbst zur imaginären Gitarre griffen. Nur ein Titel aus dem Jahr 1992 fand seinen Weg in den Zugabenteil.

Die musikalischen Highlights umfassten unter anderem:

  • "The Number of the Beast"
  • "Run to the Hills"
  • "Revelations"
  • "Hallowed Be Thy Name"

Die Zuschauer, viele davon selbst älter geworden mit der Band, zeigten ihre Begeisterung mit rhythmischem Kopfnicken statt wildem Headbangen. Der Funke sprang dennoch über – von der Bühne direkt ins Publikum.

Eddie kehrt auf die Bühne zurück

Das legendäre Maskottchen Eddie, fester Bestandteil der Bandgeschichte seit den 1970ern, trat ebenfalls in Erscheinung. Als überlebensgroße Puppe mit Streitaxt durchquerte es mehrmals die Bühne und "kämpfte" sich durch Pyrotechnik und Scheinwerferlicht. Damit wurde der visuelle Charakter der Show unterstrichen.

Auf einer großen Leinwand liefen Szenen mit Galgen, Kerkern, brennenden Totenköpfen und Zombie-Piraten – ein Fest für alle, die den düsteren Stil von Iron Maiden schätzen. Die Bildsprache war konsequent und unterstützte die Atmosphäre der Musik.

Nach über zwei Stunden endete das Konzert mit donnerndem Applaus und einem Gefühl von Zusammengehörigkeit. Für viele war es ein Wiedersehen mit alten Bekannten – mit einer Band, die seit 50 Jahren auf der Bühne steht, ohne an Energie zu verlieren.

 Quelle: RBB24, YouTube