Überraschungen und Lücken bei den Oscar-Nominierungen
Überraschungen und Lücken bei den Oscar-Nominierungen, Foto: Pexels–Pixabay / Lizenz: Pexels–Pixabay

Die Bekanntgabe der Nominierungen für die 98. Oscar-Verleihung hat das Rennen offiziell eröffnet. Mehrere Produktionen sammelten zahlreiche Nennungen. Andere Titel und Namen blieben außen vor. Die Liste zeigt klare Favoriten, auffällige Lücken und einzelne unerwartete Entscheidungen. Besonders ins Gewicht fällt, dass „Sinners“ mit 16 Nominierungen einen historischen Rekord erreicht hat. Auch „One Battle After Another“ und „Hamnet“ wurden mehrfach berücksichtigt. Gleichzeitig sorgten einzelne Abwesenheiten und überraschende Nennungen für Diskussionen, wie sie regelmäßig auch bei internationalen Preisverleihungen und Festivalentscheidungen auftreten, mehr dazu.

Inhaltsverzeichnis

Delroy Lindo und Sinners

Delroy Lindo erhielt eine Nominierung als bester Nebendarsteller für seine Rolle in „Sinners“. Er verkörpert den Blues-Mundharmonikaspieler Delta Slim. Die Figur ist Alkoholiker. Die Darstellung verbindet Humor und emotionale Tiefe.

Zuvor war Lindo bei großen Preisverleihungen wie den Golden Globes und den Critics Choice Awards kaum präsent. Umso auffälliger ist die Oscar-Nominierung. Sie erfolgt mehrere Jahre nach seiner Nichtberücksichtigung für „Da 5 Bloods“ von Spike Lee.

„Sinners“ kommt insgesamt auf 16 Nominierungen. Damit ist der Film der meistnominierte Titel in der Geschichte der Oscars.

Hamnet und Paul Mescal

„Hamnet“ wurde in mehreren Kategorien berücksichtigt. Jessie Buckley ist für ihre Rolle als Agnes Shakespeare nominiert. Paul Mescal erhielt jedoch keine Nennung.

Der Film konzentriert sich fast ausschließlich auf zwei Figuren. Mescal spielt den Dichter, der den Tod seines Kindes verarbeitet. Seine Darstellung wechselt zwischen Zurückhaltung, Zärtlichkeit und Intensität. Ein zentrales Element ist die Rezitation des Monologs „Get thee to a nunnery“ während der Proben zu „Hamlet“.

Eine Nominierung als bester Haupt- oder Nebendarsteller blieb aus. Das zählt zu den auffälligsten Auslassungen der diesjährigen Auswahl.

Adam Sandler und Jay Kelly

„Jay Kelly“ erhielt keine einzige Oscar-Nominierung. Adam Sandler spielt darin den Manager eines Filmstars, verkörpert von George Clooney. Die Rolle zeigt ihn charmant und verletzlich.

Sandler war in der Vergangenheit mehrfach mit dramatischen Leistungen im Gespräch. Dazu zählen „Punch-Drunk Love“ und „Uncut Gems“. Auch diese Filme wurden nicht ausgezeichnet. Die Entscheidung setzt diese Serie fort.

Der Film von Noah Baumbach blieb trotz positiver Erwartungen komplett unberücksichtigt.

Hans Zimmer, Daniel Lopatin und F1

„F1“ taucht überraschend in der Kategorie Bester Film auf. Der Rennfilm erhielt zudem Nominierungen für Schnitt, Ton und visuelle Effekte.

Hans Zimmer, der bereits 12-mal nominiert war und 2 Oscars gewann, wurde für seine Musik zu „F1“ nicht berücksichtigt. Sein letzter Sieg datiert aus dem Jahr 2022 für „Dune“. Die Rolle von Filmmusik bei der Wirkung eines Films wird immer wieder hervorgehoben, hier ansehen.

Auch Daniel Lopatins Filmmusik zu „Marty Supreme“ fehlt in der Auswahl. Lopatin, bekannt als Oneohtrix Point Never, komponierte eine stark von Synthie-Pop der 1980er Jahre geprägte Musik für den in den 1950er Jahren angesiedelten Film.

Szenen aus „F1“ zeigen den Rennfilm, der überraschend für den Oscar als Bester Film nominiert wurde:

Film: YouTube / Kanal  KinoCheck

My Undesirable Friends und Julia Loktev

Der Dokumentarfilm „My Undesirable Friends“ ging leer aus. Julia Loktev porträtiert darin über 5,5 Stunden unabhängige russische Journalistinnen und Journalisten, die schrittweise marginalisiert und zu Staatsfeinden erklärt werden.

Der Film startete mit starkem Kritikerlob in die Award-Saison. Im Vergleich zu studio- und streaminggestützten Produktionen blieb er jedoch ohne Nominierung.

Kate Hudson und Song Sung Blue

Kate Hudson ist für ihre Rolle in „Song Sung Blue“ nominiert. Es ist ihre erste Oscar-Nennung seit 25 Jahren.

Sie spielt eine Musikerin in einer Neil-Diamond-Tribute-Band. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Hudson veröffentlichte 2024 ihr erstes Album „Glorious“.

Wicked: For Good und weitere Entscheidungen

„Wicked: For Good“ erhielt keine Oscar-Nominierungen. Weder Ariana Grande noch Cynthia Erivo wurden berücksichtigt.

Besonders auffällig ist das Fehlen der neuen Songs von Stephen Schwartz in der Kategorie Bester Originalsong. Weitere Auslassungen betreffen unter anderem Jafar Panahi und Joel Edgerton. Gleichzeitig schaffte es Elle Fanning mit „Sentimental Value“ in die Kategorie Beste Nebendarstellerin. Diese Entscheidungen fallen vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen in der Filmlandschaft, mehr hier.

Die Oscar-Nominierungen 2026 zeigen ein deutliches Spannungsfeld zwischen Rekorden, Comebacks und markanten Auslassungen.

FAQ

Was macht die Oscar-Nominierungen 2026 besonders?

Die Oscar-Nominierungen 2026 zeichnen sich durch Rekorde wie die 16 Nennungen für „Sinners“, mehrere Comebacks etablierter Künstler sowie auffällige Auslassungen prominenter Namen aus.

Warum ist die Nominierung von Delroy Lindo bemerkenswert?

Delroy Lindo wurde erstmals für einen Oscar nominiert, obwohl er seit Jahrzehnten aktiv ist und zuvor bei großen Preisverleihungen wie den Golden Globes kaum berücksichtigt wurde.

Welche wichtigen Schauspieler wurden 2026 übergangen?

Zu den auffälligen Übergehungen zählen Paul Mescal für „Hamnet“, Adam Sandler für „Jay Kelly“ sowie Joel Edgerton für „Train Dreams“.

Welche Rolle spielt der Film „F1“ bei den Nominierungen?

„F1“ erhielt überraschend eine Nominierung als Bester Film sowie weitere Nennungen in technischen Kategorien, während die Filmmusik von Hans Zimmer unberücksichtigt blieb.

Warum erhielt „Wicked: For Good“ keine Oscar-Nominierungen?

Der Film wurde weder in Schauspiel- noch in Technik- oder Songkategorien nominiert, obwohl der Vorgänger im Vorjahr zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Welche Bedeutung haben die Auslassungen für Dokumentarfilme?

Der Ausschluss von „My Undesirable Friends“ zeigt, dass auch vielfach gelobte Dokumentarfilme ohne starke Studio- oder Streaming-Unterstützung bei den Oscars leer ausgehen können.

Quelle: Rolling Stone, Milekcorp